Die Geschichte der Selbiaten

Myria zum Gruße,

 

mein Name ist Cylia Sunnabant. Ich bin oberste Maestra und Ratsherrin des Hauses des Fuchses. Lausche nun der Geschichte unseres Landes. Der Vergangenheit einer kleinen Grafschaft und dem unermüdlichen Kampf der Selbiaten um ihre Heimat und den Neuanfang, den wir gemeinsam wagten.

„Viele Jahre sind nun bereits vergangen. Viele mögen sich noch an eine Zeit vor dem noch jungen Fall unseres Landes erinnern. Doch nur wenige kennen noch die Zeit vor der Angst, eine Zeit, als Selbion noch ein kleiner Teil Steinbecks war und nur der Name einer kleinen Grafschaft. Früher gehörte Selbion zu einem Großherzogtum namens Steinbeck, welches noch immer an der nördlichen Küste der Südlande liegt. Doch erzählt man sich, war das Land durchwirkt von Korruption, Eitelkeit und blinder Gier. Die alte Myrianische Kirche ein einziger Sündepfuhl. Als sich dann eines Tages ein noch unbekannter Vampirfürst Suduhn Ar und seine untoten Horden erhoben und unsere Ländereien überschwemmten, war man sich sicher, dass dies eine Strafe der Götter war. Ein Krieg brach aus, spaltete Selbion und Steinbeck und führte zur Abschottung der kleinen Grafschaft, die in den Augen des Großherzogtums bereits verloren und gefallen war. Man schloß alle Grenzen und überließ die Selbiaten ihrem düsteren Schicksal.

 

Das selbiatische Volk jedoch gab nicht auf. Mutig und tapfer ging der Adel voran, stand den Schwachen bei Seite und gründete unter Führung des neu gewählten Kriegsgrafen Wulfric, Baron von Ehernwill, die selbiatische Armee auf den Grundpfeilern der Ehren, die uns noch heute begleiten. Die Truppen wurden in Banner eingeteilt, die Lanze, kleinste Einheit der Armee, wurde der Dreh- und Angelpunkt aller zukünftigen militärischen Planungen.

 

Ein Schachzug, der den Selbiaten einige Jahre lang entscheidende Vorteile brachte und so half sich immer wieder gegen den Untot zur Wehr zu setzen und zu überleben. Doch mit der Zeit und trotz des mutigen Widerstandes verlor das selbiatische Volk immer mehr an Boden. Verlor Jahr für Jahr und Monat für Monat Städte, Dörfer, Männer, Frauen, Kinder an den eisigen, unaufhaltsamen Untot.

 

Eine Heeresreform ermöglichte letztendlich jedem Bewohner Selbions sich der Armee anschließen zu können. Egal ob Junge oder Mädchen, egal ob jung oder alt. Bereits mit 11 Jahren konnte sich freiwillig gemeldet werden, um so Seite an Seite kämpfen zu können. Unter der Führung von Ser Khem Schlachtgedanke, 33. Banner, Hohes Haus des Greifen und später dem Tribun D‘Reïve Yroonbone, Clan Wimmerknetel kämpften die Selbiaten viele lange Jahre für Ihre Heimat. Für Selbion.

 

Doch der Vampirfürst Suduhn Ar und seine untoten Armeen waren stärker und unerbittlicher, als wir es je für möglich gehalten hätten. Wir verloren Bastion um Bastion… letztendlich blieb uns nur noch Flucht. Wir mussten unsere Heimat Selbion zurücklassen. Zu viel Leid mussten wir bereits erdulden, kein anderer Ausweg war mehr möglich. Im 13. Jahr der Angst fiel das Land Selbion.

 

Der Heilige Kriegsgraf Wulfric und der Adelsstand Selbions opferten in dieser Tragödie ihr Leben, um den Rückzug der Bevölkerung zu decken. Dabei wurde Wulfric von Myria selbst auserwählt! Sein letzter Befehl war es, Ser Khém als Protektor zu ernennen und dem Orden, einem Bund von Ritter und Ritterinnen, die Ausbildung der Selbiaten aufzutragen. Unter der Führung des neuen Protektors verließen die wenigen verbliebenen Selbiaten ihre Heimat. Die Grafschaft wurde evakuiert, viele verloren dabei ihr Leben. Die Selbiaten, die es durch die magischen Portale schafften, besiedelten im 0. Jahr der Hoffnung den neu entdeckten Kontinent Dúil und gründeten dort Neu-Selbion und dessen Hauptstadt Valor, die in der Mitte des noch spärlich erforschten Kontinents liegt.

 

Seither übernimmt der Orden sowohl die militärische als auch die zivile Ausbildung der Kinder und Jugendlichen und treibt die Erforschung des neuen Kontinents und Neu-Selbions voran. Wo die Geschichte die Selbiaten hinführt, vermag noch keiner zu wissen. Warum schließt ihr euch nicht an? Nehmt es selbst in Hand. Gestaltet eure eigene Zukunft. Euer eigenes Leben. Wir sehen uns in Neu-Selbion.“